What follows is a German translation of an article that appeared on7 January 2008 in the Polish newspaper Gazeta Wyborcza. The article is also available online under http://www.gazetawyborcza.pl/1,75480,4811664.html . The translation was prepared by our fellow poster, Dr. phil. Joachim Neander.
Piotr Głuchowski und Marcin Kowalski:Goldrausch in Treblinka
in: Duży Format Nr. 1/760, 7. Januar 2008, Beilage zu Gazeta Wyborcza, Seiten 2 bis 4.
Unterschriften der Bilder:
Seite 2: Juden fuhren aus Warschau, Grodno, Białystok, Kielce ... ins Lager. Auch aus dem Ausland: aus Österreich, Bulgarien, Griechenland. 900 000 Menschen - überzeugt, dass sie zur Umsiedlung in den Osten fahren würden - führten ungeheure Mengen von Gold, Edelsteinen und Devisen mit sich.
Seite 3: Das ist kein Bild vom Ernteeinsatz. Grabräuber aus Wólka Okrąglik und benachbarten Dörfern posieren für ein Foto zusammen mit Milizionären, die sie auf frischer Tat ertappt haben. In den Taschen der Bauern waren goldene Ringe und Judenzähne. Zu Füßen der Sitzenden liegen Totenschädel und Beinknochen der Vergasten.
Seite 4, oberes Bild: 1947. Eine Kommission aus Warschau untersucht das Lagergelände. Mit Hut: Samuel Rajzman, ein ehemaliger Häftling. Die Frau neben ihm ist wahrscheinlich Rachela Auerbach - die Autorin des ersten Buches über Treblinka. Nach der Lokalbesichtigung schrieb sie entsetzt: "Schakale bohren Löcher in die blutgetränkte, mit der Asche verbrannter Juden vermischte Erde."
Seite 4, unteres Bild: Einige Jahre nach der Auflösung des Lagers notiert ein Abgesandter der hauptstädtischen Jüdischen Historischen Kommission: "Menschenknochen und Gegenstände liegen überall herum, in der Luft hängt der Gestank verwesender Leichen, die örtliche Bevölkerung, die sich am Handel mit Gold bereichert hat, beraubt sich gegenseitig."
Es folgt der Text des Artikels. Zwischenüberschriften im Original fett. Zu Beginn als Motto:
Die Hand, die menschliche Leichname ausgräbt, Leichen von Märtyrern, versetzt uns allen tagtäglich eine Ohrfeige
"Einer der Hiesigen kaufte sich von jüdischem Gold eine Großhandlung in Warschau," erzählt Tadeusz Kiryluk, ehemaliger Leiter des Lagermuseums in Treblinka. "Mein Schwager fand einen Brillanten, groß wie ein halber Daumennagel," erinnert sich sein Nachbar aus Wólki Okrąglik. "Und hat ihn versoffen. Eine Scheune hat er auch nicht hin bekommen. Aber andere haben Häuser gebaut, und nicht nur das: ganze Bauernhöfe entstanden."
"Einer der Hiesigen hatte Lupinen gesät," erzählt Kiryluk. "Er ging aufs Feld, und an der Pflanze hing ein goldener Ehering. Sofort kam er mit der ganzen Familie, und sie haben das Feld umgegraben. Väter und Mütter durchwühlten die Erde, dann gruben die Kinder und die Enkel, zum Schluss hatten sie schon Apparate, Metalldetektoren. Einer wollte mich umbringen, ein Milizmann aus Warschau, wie sich heraus stellte." - "Sie gruben und, kann sein, graben weiterhin," sagt Martyna Rusiniak, Autorin der Arbeit "Obóz Zagłady Treblinka II w pamięci społecznej" (Das Vernichtungslager Treblinka II im kollektiven Gedächtnis).
Wir gehen durch den Wald von Treblinka. Vertiefungen im Gelände gibt es in der Tat, aber sie sind schon alt, in ihnen wachsen Büsche. Die letzte offizielle Information über Leichenfledderei stammt von 2002, als man sieben Löcher grub. In den 90er Jahren waren es einige Dutzend. Noch früher - einige Hundert. Je weiter man zurück geht, desto mehr Fledderei.
Im Schlamm lagen große Brillanten und Millionen
Der Goldrausch brach im Jahre 1942 aus. Seit Ende Juli brachten Züge sowohl die armen, als auch die reichsten Vertreter der jüdischen Diaspora ins Lager. Unter den Augen der ukrainischen und russischen Wachleute gingen Rechtsanwälte, Bankiers, Besitzer von Mietshäusern ins Gas. "Es ist erlaubt, Gold und Devisen mit zu nehmen," verkündeten Anschläge im Warschauer Getto. "Das hieß mehr oder weniger: 'Vergesst nicht, Geld und Gold mit zu nehmen'," schreibt Rachela Auerbach, Autorin des ersten polnischen Buches über das Lager (1947).
Die Juden nahmen mit: Füllfederhalter mit Goldfedern und gefüllt mit Brillanten, Golddollars, antike Münzen, die mehr als ihr Gold wert waren ... Und nachdem der Zug auf dem Bahnsteig gehalten hatte und ihre Habe ausgeladen worden war, dauerte es gerade einmal anderthalb Stunden, bis ihre Leichen auf einem großen Rost aus Eisenbahnschienen verbrannten. Ihre noch warmen Mäntel schlitzten währenddem Häftlinge des Sonderkommandos auf und sortierten die Wertsachen. In der Eile achtete niemand auf Kleinigkeiten.
"Oft fielen Goldmünzen auf den Boden, und niemand bückte sich, um sie aufzuheben," berichtete einer aus der Handvoll Überlebender. Ein anderer - Samuel Willenberg - schrieb: "Täglich lagen kiloweise Brillanten herum, Tausende goldener Uhren, Millionen Münzen von allen Völkern der Welt, sogar chinesische. Wertpapiere, irgend welche Aktien unterschiedlichster Gesellschaften aus der ganzen Welt, wanderten zusammen mit Fotos ins Feuer."
Noch ein Bericht: "Im Sand und Schlamm lag Gold kiloweise, lagen große Brillanten, massenweise Gegenstände, die wortwörtlich Milliarden von Złoty wert waren, und niemand hob sie auf - denn was nützt Geld einem Leichnam?"
Nichts nützte den Leichnamen.
Die Bauern trugen Körbe voll Uhren - ihre Weiber Pelze wohlbekannter Herkunft
Die Kette sah wie folgt aus: Die Häftlinge, die im Mordprogramm beschäftigt waren, nahmen den Toten Devisen, Gold, Edelsteine und Uhren ab, die sie - ohne Wissen der das Lager beaufsichtigenden SS-Männer - den ukrainischen Wachleuten zukommen ließen. Die Ukrainer gingen in die Dörfer, wo sie die Wertsachen in Wodka, Dienstleistungen von Prostituierten und Lebensmittel eintauschten. Nach Rückkehr ins Lager kauften sie von den Juden des Sonderkommandos weitere Wertgegenstände. Hinter dem Stacheldraht waren Brötchen, eine Wurst und eine Flasche Wodka 300 Dollar oder mehr wert.
Der Kreis schloss sich, der Reichtum wuchs, die Ukrainer wussten schon nicht mehr, was sie mit dem Geld anfangen sollten. Nach Dienstschluss waren sie nie nüchtern, und um die Hälse der Prostituierten hingen goldene Kolliers.
Erzählen wir noch, woher die Prostituierten in die Einöde Podlasiens gekommen waren? Józef Górski, ein Gutsbesitzer aus dem zehn Kilometer entfernten Ceranów, Funktionär der Nationaldemokratischen Partei, schrieb in seinen Memoiren: "Die Landwirte dieses Dorfes [Wólka] schickten ihre Ehefrauen und Töchter zu den ukrainischen Wachmännern, die im Lager Dienst taten, und sie waren außer sich vor Wut, wenn diese Frauen zu wenig an Ringen und anderen von Juden stammenden Kostbarkeiten mit brachten, die sie als Gegenleistung für persönliche Dienste erhalten hatten (...) Strohdächer verschwanden und wurden durch Blechdächer ersetzt, und das ganze Dorf machte einen Eindruck, als sei Europa in diesen abgelegenen Winkel Podlasiens versetzt worden."
Neben den Amateurnutten erschienen auch professionelle Prostituierte. Sie kamen aus der Hauptstadt nach Wólka, Poniatowo, Grądy und Prostyń. "Sie mieteten sich ein Zimmer, wohnten oft zu zweit. Drei Tage hintereinander empfingen sie die Ukrainer, und drei Tage fuhren sie nach Warschau zum Ausspannen" - wir unterhalten uns mit Tadeusz Kiryluk in seinem Haus in Wólka. Der Hausherr stammt aus Masowien, war von 1963 bis 1996 Leiter des Lagermuseums und wohnte dort zur Miete. Nach seiner Pensionierung zog er aufs Dorf.
"Die Warschauerinnen hatten schwer mit den örtlichen Frauen zu konkurrieren. In der Hütte musste sowohl ein starker Wodka, als auch ein gutes Mädel sein, sonst ging solch ein ukrainischer Wachmann nicht hin. Gelegentlich wurde auch eine schwanger," erzählt Kiryluk. "Und eine hatte ein Kind mit dem berüchtigten Demianiuk."
Man ging auf Goldsuche wie zur Kartoffelernte
Iwan Demianiuk, der an der Gaskammer von Treblinka Dienst getan haben soll, tauchte nach dem Kriege in den USA unter. Er wurde 1986 nach Jerusalem abgeschoben und - in einem ersten Prozess - zum Tode verurteilt. 1993 sprach ihn der israelische Oberste Gerichtshof frei, aber zu seiner eigenen Sicherheit verblieb er im Gefängnis. Man weiß nicht, ob er es war, der die Menschen mit Motorabgasen tötete, aber zweifelsohne war er Wachmann im Lager.
"Das Weibsbild, bei der er hereinschaute, empfing nicht nur ihn," sagt Kiryluk. "Nach dem Krieg fuhr sie in die Sowjetunion zum Prozess gegen die Wachmänner. Sie sollte sie anhand von Tätowierungen und körperlichen Besonderheiten erkennen. Vor drei Jahren ist sie gestorben. Überhaupt müsst ihr zu Genek Goska gehen, der hier in Wólka wohnt - er erinnert sich an alle, denn er hat dort Dienst getan." - "Im Lager?"
"Nein, später. Als man das Lager aufgelöst hat, sind zwei Ukrainer zur Bewachung zurück geblieben. Aus den Ziegeln vom Krematorium haben ihnen die Häftlinge einen Bauernhof gebaut. Haus, Stall, Kühe, damit alles so wäre wie auf einem normalen Bauernhof. Die Deutschen befahlen beiden - die Leute hier nannten sie Saschka und Streibel - das Gelände zu bewachen. Niemand sollte sich hier herumtreiben. 1944 pflügten die Ukrainer das Land und setzten Kartoffeln, als ob hier nie etwas gewesen wäre. Im Herbst hauten sie vor der Sowjetarmee ab. Genek Goska hat ihnen auf diesem Bauernhof geholfen, beim Bewachen. Aber wie denn bewachen? Wie hütest du ein 16 Hektar großes Gebiet, wo öfters das Gold eine handbreit tief in der Erde liegt? Sofort begann die große Graberei. Anfangs wühlten sie nur nachts, später am Tage: sie gingen angeblich zum Kartoffeln Roden - ganze Familien mit Forken, Spaten, Körben und Essen für die Mittagspause."
"Wie ist das möglich, dass so viele Schätze in der Erde verblieben, wo doch die Opfer von Treblinka ausgezogen und verbrannt und ihre Kleidung durchsucht wurde?" fragen wir Tadeusz Kiryluk. "1942 hat man die Vergasten noch nicht verbrannt, nur verscharrt. Diejenigen, welche in den Waggons gestorben waren, auf der Fahrt, die unterwegs von ihren Mitreisenden tot getrampelt worden waren, so etwas kam vor - die wurden einfach verscharrt. Wenn jemand, der in der Gaskammer erstickend, die Zähne so fest aufeinander gebissen hatte, dass man der Leiche nicht die Kiefer auseinander reißen konnte, dann beließ man den Zahn. Frauen hatten Ohrringe, die man ihnen nicht vor der Gaskammer weggenommen hatte, um keine Panik zu verursachen, denn angeblich gingen sie ja zum Duschen. Einem anderen saß ein Ring fest am Finger. Die Leiche war starr geworden, es war schwer, den Ring vom Finger abzuziehen, man hätte die Hand absägen müssen ... Die Häftlinge vom Sonderkommando versteckten auch selber Gold. Sie warfen es in die Latrine, in den Brunnen. Vielleicht würde man überleben, zurück kommen, dann hätte man etwas für die Zeit nach dem Krieg."
"Wenn 900 000 Menschen ermordet werden, und das in aller Eile, dann wird immer etwas übersehen," ergänzt Edward Kopówka, der heutige Chef des Museums. Wir betrachten mit ihm die Ausstellung, die der Geschichte des Lagers gewidmet ist, und versuchen, uns diese Zahl vorzustellen. Würden die Vergasten aus ihren Gräbern auferstehen und sich an den Händen fassen - die Menschenkette würde von Treblinka bis Istanbul reichen.
Im Lager waren nur die geblieben, die ohnehin nichts mehr vom Leben erwarteten
In der Ausstellung sind große Fotos, einige Gegenstände (deutsche Bekanntmachungen, Blechschüsseln der Häftlinge) und ein großer Plan des Lagers, das aus zwei Teilen bestand, die durch einen Wald getrennt waren.
Das Arbeitslager Treblinka I war nicht geheim: das Rote Kreuz besichtigte es sogar, zweimal im Jahr erhielten die Insassen Pakete, zu Weihnachten Heiligenbildchen. Zwei davon liegen vor uns in einer Vitrine.
Das Vernichtungslager Treblinka II existierte offiziell nicht, obwohl gerade dort die 500-jährige Geschichte der Juden Warschaus gewaltsam endete. Die ganze Zeit über war ein spezielles Kommando damit beschäftigt, die Todesfabrik mit einem künstlichen Wald zu tarnen; in der Nähe gefällte Bäume wurden nebeneinander aufgestellt, und in den Drahtzaun wurden dreimal im Monat frische Zweige eingeflochten, um alles nach der Straße und der Bahnlinie hin zu kaschieren.
Beim Vernichtungsprozess arbeiteten etwa 800 Juden mit, die in Kommandos eingeteilt waren: die Ankommenden an der Rampe in Empfang zu nehmen, den Opfern das Gepäck und die Kleidung abzunehmen, die Leichen aus der Gaskammer heraus zu ziehen, sie zu durchsuchen und zu verscharren beziehungsweise, ab 1943, zu verbrennen. Schließlich war da noch das Kommando, das Kleidung und Übriges sortierte und die Wertgegenstände heraus suchte.
Das alles wurde von etwa einhundert Wachmännern beaufsichtigt, in der Mehrzahl ehemalige Soldaten der Roten Armee, jetzt in Diensten des Reiches. Beaufsichtigt wurden die Wachmänner von etwa zwanzig deutschen und österreichischen SS-Männern. "In Treblinka gab es weder gestreifte Häftlingskleidung noch Kohlrübensuppe," sagt der Leiter, als wir an seinem zum Lager gehörenden Wohn- und Bürohäuschen vorbei gehen.
Der Überlebende Samuel Willenberg erinnert sich, dass die Häftlinge die Anzüge der ins Gas Geschickten trugen, dass sie Zigaretten rauchten, teure Alkoholika tranken und Sardinen aßen, die aus dem Gepäck der Ermordeten stammten. Vielleicht hatten sie daher auch die Kraft, einen Aufstand zu organisieren. Mit einem nachgemachten Schlüssel öffneten sie das Waffenlager, verteilten Gewehre unter den Eingeweihten, steckten die Baracken an und begannen, auf die Wachen zu schießen. Als diese das Feuer erwiderten, begann das Gemetzel. Etwa 700 Juden wurden auf der Stelle getötet, zweihundert gelang es auszubrechen. Die aus der ganzen Umgegend zusammen gezogenen Polizisten und Gendarmen fingen die meisten von ihnen ein. Über hundert Häftlinge blieben an Ort und Stelle, obwohl es ihnen einen Augenblick lang möglich gewesen wäre, durch ein Loch im Drahtzaun zu entkommen.
"Vor allem die Mitglieder des Kommandos, das unmittelbar bei der Vernichtung eingesetzt war, flohen nicht," erzählt Edward Kopówka. "Sie erwarteten schon nichts mehr von der Welt. Alle wurden übrigens noch am selben Tag erschossen. Tags darauf begann man mit der Auflösung des Lagers. Auf Befehl des Lubliner SS-Chefs Odilo Globocnik wurde dort ein landwirtschaftlicher Betrieb eingerichtet - genau so wie in Bełżec und Sobibór."
Was ausgegraben wurde, eigneten sich die Banden an, und jetzt ist nichts mehr da
Der heute 82-jährige Eugeniusz Goska - "Genek" - war als junger Mann Knecht im "Landwirtschaftsbetrieb Treblinka." Er sagt, er habe selbst nicht nach Gold gegraben, aber er kennt die Goldgräber nur zu gut. Als die Ukrainer sich nach Westen absetzten, prügelten die Einheimischen Genek, um Informationen zu erlangen, wo die meisten Reichtümer liegen würden.
"Sie verprügelten mir den Arsch mit Knüppeln," sagt er, auf seinem Bett sitzend. "Her mit dem Gold, her mit dem Gold," nickt seine füllige Frau mit dem Kopf. "Sie dachten, mein Mann wüsste, wo alles vergraben war. Aber was wussten wir denn? So viel wie alle anderen." - "Wer im Dorf hat am meisten gegraben?" fragen wir Herrn Goska. "Ich sage nichts."
Wir gehen fragen. Es schneit. Wólka ist nicht groß, es liegt an einer schmalen Straße, die von Ostrowa Mazowiecka nach Sokołów Podlaski führt. Das Dorf mag Ende der 40er Jahre Eindruck gemacht haben, als dort die ersten Eternitdächer auftauchten in einem Landkreis, in dem alles mit Teerpappe oder Stroh eingedeckt war. Der damalige Reichtum fällt heute nicht mehr auf. Aber eines ist deutlich sichtbar: der überwiegende Teil der Häuser wurde vor 50 bis 60 Jahren erbaut, und es sind Massivhäuser. Sie haben sich bis heute unverändert erhalten - nur hier und da ist noch eine Satellitenschüssel oder ein Anbau aus Porenbetonsteinen hinzu gekommen.
Wir gehen in ein einstöckiges Holzhaus mit Dach aus Profilblech. Das Wohnzimmer hat einen braunen Teppichboden, der Fernseher läuft auf voller Lautstärke. Der Hausherr ist halb taub, daher unterhalten wir uns fast schreiend. "Man sagt, Sie hätten viel Gold gefunden." - "Ach was ... viel!? Eine Handvoll ... Das, was man ausgebuddelt hat, haben alle möglichen Banden einem sofort geraubt. Willst nichts hergeben? Eine Kugel in den Kopf. Sie steckten einem die Füße in den Ofen - los, sag, wo du was hast. Seit mir einer eins mit dem Gewehrkolben übergebraten hat, habe ich mein Gedächtnis verloren ..."
Wir bekamen Einblick in das "Kalendarium der Tätigkeit der Siedlcer Abteilung der Bereitschaft für Sonderaktionen der NSZ" [Narodowe Siły Zbrojne - Nationale Bewaffnete Kräfte, rechtsnationale, antikommunistische polnische Partisanenorganisation; d. Übs.] für das Jahr 1946. Unter dem Datum 26. Februar lesen wir: "Die Aktion zur Erhebung von Kontributionen von Leuten, die die Gräber in Treblinka schänden, wurde gemeinsam durchgeführt mit den Männern der Abteilung von 'Władek', dem regionalen Kommandanten der Sokolower Abteilung."
Am 27. Februar: "Zum zweiten Mal gemeinsam mit den Leuten von 'Władek' Kontributionen eingetrieben, diesmal von Leuten, die die Gräber in Treblinka schänden und in Dörfern in der Umgebung von Kosów Lacki wohnen. Die Gruppe von 'Zych' erhielt für ihre kameradschaftliche Hilfe 30 000 Złoty zum Ankauf von Waffen."
"Und was war das Beste, das Sie ausgebuddelt haben?" - "Gehen Sie zu denen ..." Der Hausherr erklärt uns, wie man zum nächsten Nachbarn kommt. "Er wird euch von den Schätzen erzählen, er hat am meisten ausgebuddelt." - "Am meisten - wovon?" - "Perlen, einen Saphir, alles hatte er." - "Was für einen Saphir?" - "Einen Saphir, sag ich! Solch ein Stein! Und noch einen: einen Smaragd. Grüne, blaue, groß wie eine Pflaume, ein ganzes Bündel war das. Davon hat er sich eine Scheune gebaut, einen Mähdrescher gekauft. Geh, frag ihn, wie die Juweliere aus Warschau angereist kamen, auf dem Hof haben sie die Diamanten geschätzt. Bei mir gibt es nichts mehr!"
Schakale in Menschengestalt durchlöchern heiligen Boden
Im Herbst 1944 tauchten erneut ukrainische und russische Wachmänner auf, diesmal jedoch im Dienste Stalins. Mit ihrer Ankunft wandelte sich das bäuerliche Schürfen in ein Gewerbe. Die Sowjets brachten vom beim 10 km entfernten Ceranów gelegenen Flugplatz Minen und Blindgänger heran. Die Sprengladung wurde in ein Massengrab versenkt, der Sowjetmensch ließ sie detonieren, und die Judenleichen flogen durch die Luft.
Als drei Jahre später Vertreter der Hauptkommission zur Untersuchung der Naziverbrechen erschienen, war das schändliche Treiben in voller Blüte. Das Kommissionsmitglied Rachela Auerbach notierte: "Mit Spaten und anderem Gerät graben, suchen, wühlen Plünderer und Marodeure ... sie schleppen nicht detonierte Artilleriegeschosse und Bomben hierher - Schakale und Hyänen in Menschengestalt. Sie bohren Löcher in die blutgetränkte, mit der Asche verbrannter Juden vermischte Erde ..."
Mit Rücksicht auf die Zensur konnte Auerbach natürlich nicht sagen, dass die Sowjets das schändliche Treiben organisierten und beaufsichtigten. Sie machte nicht deutlich, wer die "Marodeure" waren. Das Ausmaß der von ihnen durchgeführten Grabungen beschreibt jedoch präzise ein Teilnehmer einer anderen Delegation aus Warschau, Karol Ogrodowczyk: "Die Felder sind umgegraben und durchwühlt, die Gruben sind gut 10 Meter tief, Knochen liegen herum und Gegenstände aller Art, Schuhe, Löffel, Gabeln, Kerzenleuchter, Haare von Perücken, die die Jüdinnen getragen hatten. In der Luft hängt der Gestank verwesender Leichen ... Der üble Geruch machte mich und meinen Kollegen derart benommen, dass wir uns erbrachen und ein ungewohntes Kratzen im Hals verspürten (...) Unter jedem Bäumchen haben Gold- und Brillantensucher Löcher gegraben (...) Zwischen den Bäumen tummeln sich hiesige Bäuerlein, begierig Schätze zu finden. Wenn wir sie fragen 'Was macht ihr hier?' geben sie keine Antwort."
Sie sengten eine Frau an und zwangen sie so, den Ort, wo die Wertgegenstände aufbewahrt waren, preis zu geben
Am Tag vor dem Treffen mit Museumschef Kopówka machten wir einen Rundgang im Schnee durch den Wald und die Büsche, die um das zentrale Denkmal von Treblinka herum stehen. Es gibt viele Vertiefungen im Boden - sie haben Durchmesser von drei bis zehn Metern. Sie sehen aus wie Bombentrichter oder kleine Krater. In einem Teil der Pingen wachsen stattliche Bäume, schätzungsweise 40 Jahre alt, ein Teil ist mit jungem Gebüsch bewachsen.
Das Denkmal selbst, ein acht Meter hoher steinerner Obelisk, steht auf einer großen Betonplatte, und auf dieser stehen hunderte von Steinblöcken mit den Namen der Herkunftsorte der Opfer: Sochaczew, Siedlce, Warschau, Saloniki. Nach Martina Rusiniak, der Autorin einer Arbeit über Treblinka, hat man dem Denkmal solch eine Form gegeben, um das Umgraben des Geländes zu verhindern. Denn gegen Ende der 40er Jahre war hier schon so etwas wie eine Grabräuber-Mafia entstanden.
Im Archiv des IPN findet sich der Tätigkeitsbericht des Kommandanten der Miliz von Kosów Lacki: "Das Gelände wurde von nicht identifizierten bewaffneten Personen bewacht, die Nichteingeweihten den Zutritt verwehrten und Wache schoben für diejenigen, die die Überreste an Uhren, Schmuck und Geld ausgruben (...) Diese Situation führte zum Verwischen der Spuren des deutschen Massenverbrechens, und es drohte die Entstehung einer Epidemie von für Menschen gefährlicher Krankheiten (...) Wir haben eine Razzia durchgeführt und die menschlichen Hyänen verjagt, die jedoch beharrlich wieder kamen, um ihre unterbrochene Sucherei wieder aufzunehmen."
Ogrodowczyk, der Warschauer Abgesandte, hatte das selbe beobachtet: um das Gelände, das etwa 20 Hektar groß ist, umzugraben und die Funde zu verwerten, waren Tausende Menschen nötig - Mineure, Grabungsarbeiter, Wachpersonal, Händler, die das Gold und die Edelsteine aufkauften, Sicherungsdienst usw. Um jahrelang ungestört zu "arbeiten," musste man mit Sicherheit das eine oder andere Bestechungsgeld zahlen. Gleich nach dem Krieg war kein Mangel an Schätzen. Mit der Zeit musste man immer tiefer wühlen, und Funde ergaben sich seltener. Streit brach aus um die Verteilung der Beute.
Er erinnert sich: "In der Umgebung herrschen eigenartige Beziehungen. Die Bevölkerung, die sich am aus den Gräbern heraus geholten Gold bereichert hat, geht auf Raubzug. Nachts überfallen sie die Nachbarn. Wir, die wir dort übernachteten, hatten ebenfalls riesige Angst, denn in einer der Hütten (...) hatten sie eine Frau am Feuer angesengt und sie auf diese Art gezwungen, den Ort preis zu geben, an dem sie Gold und Wertgegenstände aufbewahrte. Der Sicherheitsdienst [Polizei; d. Übs.] lässt sich nirgendwo blicken."
Auf den Gesichtern ist keine Bestürzung zu sehen
Nach dem Besuch beider Delegationen - der von Auerbach und der von Ogrodowczyk - beschlossen die Behörden, etwa zu tun. Eine in Ostrowa Mazowieckie stationierte Milizeinheit kam mit ihren Waffen an, um die Grabräuber fest zu nehmen. Die Razzia wurde professionell durchgeführt - ein Teil des Geländes wurde vermint, um eine Flucht der Grabenden und ihrer Wachen zu verhindern, eine Schützenkette kam von der anderen Seite. Drei der Eingekreisten flogen durch Mineneinwirkung durch die Luft, einige Dutzend Frauen und Männer wurden verhaftet.
In einer der Hütten in Wólka bekamen wir ein einzigartiges - vielleicht das einzige erhaltene - Foto von dieser Aktion. Niemand hatte es bisher veröffentlicht. Eine Szene auf freiem Felde: Mit Maschinenpistolen bewaffnete Soldaten stehen um eine Gruppe von Dörflern herum. Die Frauen mit Kopftüchern und langen Röcken, wie zur Ernte. Nur in den Händen Spaten statt Sicheln. Die Männer mit Mützen und Jacketts, mit Schaufeln. Vor ihnen aufgehäuft Totenschädel und Beinknochen. Auf den Gesichtern ist keine Bestürzung zu sehen. Die Verhafteten wissen, dass ihnen nichts droht.
Wir stellen uns vor, wie viele Bewohner von Wólka, Grądy und Prostyń auf diesem Foto wohl ihre Eltern und Großeltern erkennen mögen. Wir lesen den Bericht von der Razzia, den der Führer der Einheit aus Ostrowa seinen Vorgesetzten vorgelegt hat: "Bei den Grabräubern haben wir goldene Ringe gefunden, Kronen und Porzellanzähne mit goldenen und silbernen Inlays."
In den Archiven fehlt jeglicher Hinweis darauf, dass irgend jemandem der Prozess wegen Grabschändung gemacht worden wäre. Die Vorzeige-Aktion wurde beendet, Fotos der Verhafteten gemacht, ein Bericht abgeschickt, das Militär kehrt in seine Kaserne zurück, die Grabräuber - nach Treblinka. Das intensive Durchwühlen hört die nächsten 15 Jahre nicht auf.
"Die Leute haben den Unterschied zwischen Brillant und Amarant gelernt," erzählt der Hausherr, dem wir das Foto zeigen. Lange vertieft er sich in die Gesichter auf der Fotografie. Er will nicht verraten, wen er wieder erkannt hat, aber er gibt zu: "Das sind keine anonymen Leute." Mehrmals wiederholt er, falls wir in der "Gazeta" seinen Namen nennen, würden die Nachbarn ihm das Haus anzünden.
"Wir haben gehört, dass von allen aus der Umgebung, Ihre Eltern die meisten Wertgegenstände ausgegraben haben." - "Das ist nicht wahr," versteift sich unser Gesprächspartner heftig. "Dann hatte jemand anders mehr Glück?" - "Da war so einer, man nannte ihn Onkel Josef, wir Jungs hatten Angst vor ihm, er hatte einen großen Schnurrbart und war immer angesäuselt. Er war es, der den größten Brillanten ausgegraben hatte." - "Und Ihre Eltern?" - "Sie hatten ein paar versilberte Gabeln, wenn jemand fragte, sagten sie, sie hätten sie geschenkt bekommen ... Da gibt es nichts zu erzählen." - "Aber die Edelsteine? Grüne, blaue, groß wie Pflaumen ... erinnern Sie sich an sie?" - "Ich war damals so zehn, zwölf Jahre alt ... Was meinen Sie? Dass man mich mit Diamanten hat spielen lassen?" Der Hausherr öffnet hinter unserem Rücken die Tür. "Wie lange dauerte die Graberei?" fragen wir noch auf der Türschwelle. "Was weiß ich? Immer noch kommen irgend welche hierher, aber jetzt sind das wohl nur noch Hobby-Schatzsucher ..."
Die Gräber der Wachmänner wurden aufgegraben
Tadeusz Kiryluk geht jeden Tag auf die Jagd. Als Leiter des Lagermuseums fuhr er in den 60er Jahren mit Ministern mehrerer Regierungen der Volksrepublik Polen zur Jagd. Er erzählt uns, wie er eines Tages auf einen Grabräuber mit einem Jagdgewehr traf. " 'Was machen Sie hier?' frage ich. Der dreht sich um, ich sehe nicht recht - ein Nachbar aus Wólka! Von ihm erzählte man sich später im Dorf, dass er unglaubliches Glück hatte. Wo er hin ging, fand er etwas. Man nannte ihn ,Goldhändchen.' Ein anderes Mal rufe ich einem Grabräuber zu: 'Halt!' und der zieht seine Pistole. Ich mit meiner Flinte, er mit seinem Ballermann. 'Was jetzt?' frage ich. 'Schießen wir jetzt aufeinander?' Er fing an, mir zu erklären, dass er aus Warschau sei, zum ersten Mal hier, er sei im Urlaub zum Graben hierher gekommen, habe von einem Kollegen vom Gold der toten Juden gehört ... So etwas hier ... Zeigte mir seinen Milizausweis. Dass er keiner von den Banditen sei. Aber die ganze Zeit hat er mich aufmerksam beobachtet, den Blick nicht vom Lauf der Waffe abgewandt. Spaß kannte man hier nicht. Zu meiner Zeit haben sie in Prostyń jemanden tot geschlagen bei einem Streit über Gold von Treblinka."
"Wann haben Sie die letzten Grabräuber gesehen?" - "Genau kann ich das nicht sagen. Aber die, die zuletzt kamen, hatten Metalldetektoren mit. Das muss in den 90er Jahren gewesen sein. So einen mit einem solchen Apparat habe ich auch einmal angesprochen. Er wollte mir unbedingt zeigen, wie dieses Radar arbeitet. Sie haben immer bessere, diese Leichenfledderer. Einst piepsten die nur, wenn Metall da war, jetzt gibt es solche Radargeräte, mit denen man unter die Erde sehen kann. Sie sind computerisiert."
Der letzte größere Fall von Grabschändung ist aus 2002 dokumentiert. Jemand hatte die Gräber der Wachleute, die man in Treblinka I beerdigt hatte, aufgegraben. "Der Grabräuber muss gut informiert gewesen sein," bemerkt Edward Kopówka. "In Treblinka II ist kaum noch etwas zu finden, aber die Gräber der Ukrainer hat bisher noch niemand angerührt gehabt." - "Als wir um das Denkmal herum gegangen sind, sind wir auf Vertiefungen im Gelände gestoßen," sagen wir, als wir uns vom Leiter verabschieden. "Nach den Bäumen zu urteilen, die in ihnen wachsen, dürften sie einige Dutzend Jahre alt sein. Sind das Pingen von den Grabungen?" - "Nein ... das stammt von Artilleriegeschossen. 1944 war hier einige Wochen lang die Frontlinie."
Angst vor "Angst"
Martyna Rusiniak ist der Meinung, dass ein Teil der Pingen Hinterlassenschaft der Hyänen sei. Insbesondere aus der Zeit, als man Bomben zur "Förderung" einsetzte. Die junge Historikerin zeigt uns Fotos der größten Ausgrabungsstätten der Nachkriegszeit. Die Gruben haben etwa zehn Meter Länge, eine sieht aus wie die Baugrube eines mehrstöckigen Hauses.
"Laute" Grabungen fanden bestenfalls bis Ende der 50er Jahre statt. Niemand aber wollte die Detonationen im ehemaligen Lager gehört haben. Seit dem Erscheinen des Buches von Rachela Auerbach im Jahre 1947 schwieg die offizielle Presse über das Goldfieber - mit einer Ausnahme. Die "Trybuna Mazowiecka" brachte im Jahre 1957 einen scharfen Artikel unter der Überschrift "Die Schande." Der Verfasser, L. Wieluński, aufgebracht über die Schändungen, schrieb über die Grabräuber: "Die Pfote eines Tieres, gekleidet in Menschenhaut, die Pfote, die menschliche Leichname ausgräbt, Leichen von Märtyrern, versetzt uns allen tagtäglich eine Ohrfeige. Eine Ohrfeige, die entehrt und schmerzt."
Rusiniak schrieb eine wissenschaftliche Arbeit über Treblinka -nächsten Monat erscheint ihr "Das Vernichtungslager Treblinka II ..." in Buchform. Schneller jedoch kommt das neue Buch "Strach" (Angst) von Professor Jan Tomasz Gross auf den polnischen Buchmarkt. In der über dreihundertseitigen Veröffentlichung widmet Gross dem Eldorado von Treblinka einige Dutzend Sätze und bezieht sich dabei auf die Berichte von Auerbach und Górski. Das Buch ruft schon seit Monaten heftige Emotionen hervor. Seine amerikanische Premiere hatte es im Juni 2006, es erschien dort unter dem Titel "Fear: Anti-Semitism in Poland After Auschwitz."
Professor Jerzy Robert Nowak, der häufig in Radio Maryja auftritt, hat es schon fertig gebracht, "Fear" in 21 Artikeln im "Nasz Dziennik" zu rezensieren, unter dem gemeinsamen Titel "Gross' neue Fälschungen." - "Eine besonders abscheuliche Schmähschrift," "ein krankhafter Fall von Antipolonismus" - so beurteilt Nowak das Buch. In seinem ersten Beitrag schreibt er über Gross: "Ohne sich zu schämen, zeigt er, wie fern ihm jegliche elementare Redlichkeit liegt im Hinblick auf das Land Polen und die Polen selbst. Er stellt das polnische Volk, das so sehr im Kriege gelitten hat, hin als wilde Antisemiten, blutrünstige Kerle und Räuber."
Professor Jerzy Baida pflichtete Nowak bei und erklärte in Radio Maryja: "Gross wirft in "Strach" den Polen vor, sie hätten die Juden vernichtet, dabei ist das genaue Gegenteil wahr." So ermuntert, fragte Nowak in seinem letzen Beitrag: "Werden endlich die polnischen Behörden Strafantrag gegen den Verleumder Gross stellen?"
Der Strafantrag soll sich auf einen im März 2007 in Kraft getretenen Paragraphen stützen, der bis zu drei Jahren Gefängnis vorsieht für jeden, der "öffentlich dem polnischen Volk Mithilfe, Organisation oder Verantwortlichkeit für kommunistische oder nationalsozialistische Verbrechen unterstellt." Staatsanwalt Jerzy Engelking hatte schon zuvor erklärt, dass sofort beim Erscheinen von Gross' Buch in den Buchhandlungen "geeignete Maßnahmen ergriffen werden mit dem Ziel, klar zu stellen, ob eine Straftat begangen wurde, und falls ja, wird bei Gericht Anklage erhoben werden."
[Kommentar d. Übs.: Die Staatsanwalt hat das Verfahren im Februar 2008 eingestellt. Mit der Begründung, Gross beleidige nicht "das polnische Volk" als Ganzes. Ein Urteil über die fachliche Richtigkeit der von Gross erhobenen Vorwürfe müssten Historiker abgeben. Das sei nicht Sache der Justiz.]
Anmerkung der Autoren des Zeitungsartikels:
Wir haben von folgenden Arbeiten Gebrauch gemacht:
Rachela Auerbach "Afn die felder fun Treblinka"
Józef Górski: "Na przelomie dziejów"
Martyna Rusiniak: "Treblinka - Eldorado Podlasia?"
Sammelband "NSZ na Podlasiu"
Samuel Willenberg: "Bunt w Treblince"
Jan Tomasz Gross: "Strach. Antysemityzm w Polsce tuż po wojnie. Historia moralnej zapaści"
Wir danken Bella Szwarcman-Czarnok für die Übersetzung jiddischer Texte.






